Als Juso-Präsident liess Cédric Wermuth vor zehn Jahren ins Parteiprogramm setzen: «Die SP setzt sich für die Abschaffung der Armee ein. Bis dieses Ziel erreicht ist, soll die Schweizer Armee massiv ab- und umgebaut werden.» In seiner Talkshow (heute Sonntag um 18.15 Uhr auf Blue Zoom) will Roger Schawinski vom heutigen Co-Präsidenten der Sozis wissen: «Gilt das immer noch?»

Wermuth muss nicht überlegen: «Das gilt immer noch. Die Sicherheitspolitik, die die Bürgerlichen in den letzten Jahren machten, ging massiv an den Realitäten vorbei. Wir müssen mit der EU zusammenarbeiten, grosszügig sein im Flüchtlingsbereich und aufhören, eine Tiefsteuerpolitik zu fahren.» Und: «Der F-35 ist kein Flugzeug, das auf die reale Aufgabe der Schweizer Armee eine Antwort gibt.»

Geradezu absurd Wermuths weitere Aussage: «Jene, welche den Kampfjet pushen, wollen die Schweiz möglichst nah an die Nato rücken.» Überdies: «Selenskyi hat in seiner Rede an uns nicht gesagt, kauft Kampfflugzeuge. Er bat die Schweiz, damit aufzuhören, den Krieg zu finanzieren. Indem wir unkontrolliert Rohstoff im Land haben und die Oligarchen in der Schweiz einen sicheren Hafen finden.»

Ausserdem ist der Chef-Sozi überzeugt: «Wir könnten etwas machen, wenn in der Schweiz das Geschäftlimachen mit dem hinterletzten Diktator nicht wichtiger wäre als Menschenleben. Die Schweiz kann nicht jedes Mal den Profit vor Menschenrecht stellen. Mit diesem Drecksgeschäft muss aufgehört werden!»

Schawinski fragt: «Mitten im Krieg kommt Ihr mit einer Kita-Initiative. Das ist kein gutes Politmarketing, oder?» Der Berufspolitiker, dessen Partei laufend Wähler verliert, entgegnet: «Wir sind näher an der Lebensrealität als die meisten, die im Parlament sitzen.» Und bedient gleichzeitig das Klischee: «Im Parlament gibt es viele Leute mit Anwaltskanzleien. Millionäre, die Villen am Zürichsee besitzen und SUV fahren. Das spürt man bei den politischen Entscheiden.»

Schawinski befragt Wermuth auch zu Energiepolitik und Stromversorgung. Der Moderator richtig: «Den Linken, Grünen und den Umweltverbänden sind ein paar Murmeli am Grimsel wichtiger als eine höhere Staumauer.» Wer ist schuld, dass eine Stromlücke droht? Auch daran sind laut dem grossmundigen Wermuth die Bürgerlichen schuld: «Die Energiewende wird von rechts massiv blockiert. Wie immer löst der freie Markt gar nichts. Wir wären längstens in der Unabhängigkeit!»

Glauben Sie nicht alles, was sie im TV sehen. Zucker und Salz sieht auch gleich aus.