Die Regierung braucht insgesamt zwei Anläufe – drei, wenn man die Experten des Bundes am letzten Donnerstag mitzählt –, um zu erklären, weshalb die Schweiz die Sanktionen der EU gegen Russland nicht übernimmt.

Und noch jetzt verstehen viele Bürger unseren Sonderweg nicht, wie eine Umfrage des Sonntagsblick zeigt. Glaubt man dieser Umfrage, befürwortet knapp die Hälfte der Befragten eine harte Sanktionspolitik gegen Russland.

Das Vorgehen des Bundesrates hat schon seine Richtigkeit. Wichtig ist, die Kanäle für Friedensgespräche offenzuhalten. Das geht nicht, wenn wir mit dem Holzklotz auf Russland losgehen, bei aller berechtigten Empörung.

Vor diesem Hintergrund fragt man sich aber, was für Eiertänze der Bundesrat aufführen wird, wenn wir erst im Uno-Sicherheitsrat sitzen und wir uns dann, gestützt auf unsere Neutralität, bei brenzligen Situationen herauszuhalten versuchen, Es wäre also klüger, wir würden uns von diesem Klub fernhalten – allein schon wegen unserer Glaubwürdigkeit, die wir damit aufs Spiel setzen.