Autofahrer müssen seit Wochen immer tiefer in die Tasche greifen, wenn sie ihren Tank füllen. Der Benzinpreis steigt und steigt nämlich – in einigen Kantonen beträgt der Liter über 2 Franken.

Wann ist die Schmerzgrenze erreicht? Und warum ist es so ruhig?

Wenn der Bundesrat Treibstoffzölle erhöhen will, heben alle sofort zu einem wochenlang anhaltenden Lamento an. Dies, obwohl die Aufschläge in der Regel weniger drastisch ausfallen als die Preissteigerungen der letzten Wochen. Das CO2-Gesetz wurde nicht zuletzt auch aus Angst vor einem Teuerungsschub beim Sprit an der Urne abgelehnt.

Doch wenn der Markt verrücktspielt, scheinen die Benzintarife in Bundesbern niemanden zu kratzen. Liegt es vielleicht auch daran, dass es vielen Klima-Alarmisten im Parlament ganz gelegen kommt, wenn der Preis für Benzin steigt und die Bevölkerung weniger mit dem Auto herumfährt? Damit werden all jene bestraft, die auf dem Lande leben und bei denen nicht alle zehn Minuten ein Tram vor der Haustüre hält.

Eine der gängigen Antworten der Regierung in solchen Situationen lautet: Man könne nichts machen, das sei halt von den Weltmarktpreisen abhängig. Das ist falsch.

Man kann sehr wohl etwas dagegen unternehmen, wenn die Tarife für den Sprit in den kommenden Monaten weiter klettern sollten. Erstens keine neue Abgabe beschliessen, die das Autofahren zusätzlich verteuert. Zweitens die Mehrwertsteuer auf Benzin reduzieren. Drittens den Klimarappen aussetzen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Noch ist alles ruhig. Die Frage ist aber: Müssen zuerst wie in Frankreich ein paar aufgebrachte Gelbwesten auf der Strasse stehen, bevor die Politik endlich reagiert?