In einer aufschlussreichen und gründlichen Recherche hat die gestrige Sonntagszeitung aufgezeigt, wie und warum die Schlammschlacht rund um die Sammlung Bührle im neuen Zürcher Kunsthaus entstanden ist. Es geht im Wesentlichen um eine Abrechnung unter jenen Historikern, die im Auftrag von Stadt und Kanton Zürich Bührles Leben und Geschäftstätigkeit durchleuchten sollten.

Da sich die beiden Autoren zerstritten hatten, wurde der emeritierte Professor Jakob Tanner zum Gutachter bestellt. Er beurteilte den Bericht als «inhaltlich substanziell und insgesamt gelungen».

Doch der Nicht-Historiker Daniel Binswanger verleumdete den Bericht der Universität Zürich («von dröhnender Irrelevanz») und stellte gleich auch noch die Unabhängigkeit von Jakob Tanner infrage. Binswanger spielte sich in der Folge in den Medien, beispielweise bei Radio 1, als Raubkunst-Spezialist auf.

An einer öffentlichen Veranstaltung attackierte der linke Tanner den linken Binswanger in verblüffender Heftigkeit. Binswangers Artikel in der Republik seien «wissenschaftsfeindlich» und bedeuteten einen «infamen Angriff» auf seine, also Tanners Person. Er sei sich solches ansonsten nur von der Weltwoche gewohnt.

Was genau Jakob Tanner an der Weltwoche kritisiert, blieb unausgesprochen. Dass er aber Binswangers dreiteilige Artikelfolge «Bührle-Connection» in der Republik ansprach, ist unbestritten. Die Vorwürfe von Jakob Tanner müssten der Republik zu denken geben. Doch die Republik und Journalist Binswanger haben sich geweigert, eine Richtigstellung der Universität Zürich zu veröffentlichen.

Das Magazin bekommt mit ihrem wissenschaftlich dilettierenden Autor Daniel Binswanger ein Reputationsproblem. Einbildung ist eben noch lange keine Bildung.