In der letzten vor-olympischen Abfahrt der Frauen trumpften die Schweizer Skifahrerinnen am vergangenen Wochenende in Garmisch gross auf: 1. Corinne Suter. 2. Jasmine Flury. Als Dritte komplettierte die Österreicherin das Sieger-Podest.

So schön diese Meldung aus Schweizer Sicht auch tönte, wirklich ungewöhnlich war sie nicht. Umso spezieller gestaltete sich dagegen die Sieger-Ehrung.

Weil in Zeiten der Pandemie der zwischenmenschliche Kontakt auf ein Minimum reduziert werden muss und jede Begegnung mit einer fremden Person theoretisch einen positiven Test auslösen könnte, schickten die deutschen Veranstalter die altbewährten Ehrendamen in Pension und übertrugen die würdevolle Aufgabe der Preisübergabe an einen Roboter. «Garmi», wie der «Service-Humanoid» mit Tauf-Name heisst, kommt normalerweise in der Altenpflege zum Einsatz. Als Trophäen-Überbringer verrichtete er aber ebenfalls tadellose Arbeit. Und zur Freude von Suter und Flury schwenkte er sogar eine Schweizer Fahne.

Auch im Tennis hat Corona die Digitalisierung beschleunigt. An einigen Turnieren – so am Australian Open – kommen Computer als Linienrichter zum Einsatz. Dies reduziert zwar die Fehlerquote in der Entscheidungsfindung, dem Frust-Abbau der Spieler ist es aber nicht unbedingt förderlich.

Denn als Blitzableiter eigneten sich die Frauen und Männer an den Linien besser als jeder Punching-Ball. Der frühere Weltranglistenerste John McEnroe dürfte froh sein, dass er diese Neuerung als Spieler nie erleben musste. Denn keiner schimpfte lauter und emotionaler mit den Unparteiischen als der Amerikaner. Aber einem Computer die Leviten zu lesen, wäre wohl nicht einmal ihm in den Sinn gekommen.