In der Fernsehsendung fehlt ein Talkgast, im Lehrerzimmer bleiben drei Stühle leer, das Fussballtraining der Junioren ist abgesagt. Gemäss Weisungen des Bundesrats endet die Pandemie am 31. März. Ab dem 1. April (kein Scherz) sind alle Massnahmen aufgehoben und die Masken Schnee von gestern. Das ist grossartig und freut vermutlich alle – abgesehen vielleicht von den Virologen, Infektiologen, Immunologen und Weltuntergangstheoretikern, die endgültig aus dem Scheinwerferlicht abtreten müssen. Und Daniel Koch kann nun definitiv in den Ruhestand. Auch das ist verschmerzbar.

Corona allerdings bleibt uns erhalten – wohl für immer und ewig. Eine (allerdings nicht repräsentative) Bestandsaufnahme in meinem persönlichen Umfeld weckt den Eindruck, dass derzeit mehr Menschen an Covid erkrankt sind als in jeder anderen Phase in den vergangenen zwei Jahren. Doch es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied. Denn mittlerweile hat sich Corona zu einer normalen Grippe entwickelt – vielleicht nicht medizinisch, aber in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Mit anderen Worten: Ab sofort bleiben wir nicht mehr zu Hause, wenn uns der Bundesrat dazu nötigt oder wenn ein Testergebnis den umfassenden Alarm auslöst. Wir bleiben dann zu Hause, wenn wir uns krank fühlen – egal, ob die Ursache ein Nebenhöhlenkatarrh, eine Angina, ein anderer grippaler Infekt oder das Coronavirus ist.

Dies ist vielleicht die beste Meldung überhaupt. Die Pandemie ist tot! Hoch lebe der gesunde Menschenverstand.