Einst war er beispielgebend – korrekt, unbestechlich, gründlich: der deutsche Beamte.

Freundlich war er nicht unbedingt, aber man konnte sich auf ihn verlassen. Er war ein Rädchen in Gottes Mühle: Er mahlte langsam, aber sicher.

Lang ist’s her. Heute ist die Frage erlaubt, wozu sich eine Gesellschaft diese teure Kaste leistet. Denn wenn es wirklich ernst wird, versagt sie.

Ob Corona, Flutkatastrophe oder der Flüchtlingsansturm aus der Ukraine – eine Verwaltungspleite jagt die nächste. Nur der Initiative unzähliger Freiwilliger war und ist es zu danken, dass sich der Staat nicht noch mehr blamiert.

Liegt es an der Ausbildung, an der unkündbaren sozialen Stellung, an der Verquickung von Politik und Bürokratie?

Sicher ist: Beamte sind schon im Alltag weit entfernt von Sorgen und Problemen der Bürger. Das weiss jeder, der ein Haus bauen oder eine Firma anmelden will.

In Extremsituationen wissen es alle.

Schade, dass es gleichwohl keine Reform des Beamtentums geben wird. Dazu sitzen zu viele Beamte in den Parlamenten.