Zum Ersten, zum Zweiten, Merz!

Es ist der wohl zäheste und erbittertste Machtkampf der Neuzeit, der mit dem Mitgliedervotum für Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (66) jetzt hoffentlich zu Ende geht.

Drei Jahre, zwei gescheiterte Vorsitzende und eine brutal verlorene Bundestagswahl hat es gebraucht, um endlich den Mann an die Spitze zu bringen, den die Mehrheit der Mitglieder von Anfang an dort sehen wollte.

Seit dem Verzicht von Angela Merkel (67) auf den CDU-Vorsitz 2018 hat die Parteibasis mit der Ex-Kanzlerin und ihren Truppen gerungen, um den Tanker Union wieder aus dem seichten Fahrwasser der Regierung freizuschleppen, in denen das Verhindern von Steuererhöhungen schon als programmatischer Schwerpunkt galt und die Übernahme gegnerischer politischer Positionen zum bejubelten Stilmittel geworden war.

Für Merkel und ihre Getreuen ist es bitter, dass die Union in der Person von Merz gewissermassen auf Start an jenen Punkt zurückgeht, wo die Partei in die Machtkurve Merkels abgebogen ist.

Für die CDU ist es die letzte Chance, wieder klare Kante zu zeigen und sich auf ihre alten Tugenden zu besinnen: soziale Marktwirtschaft und liberal-konservative Moderne.

Sie muss diese Chance nur noch nutzen.