Modern ist schwer angesagt. Wenn heute die CDU-Mitgliederbefragung für den Parteivorsitz ausgezählt wird, stehen drei Kandidaten gegeneinander, die sich einen Wettlauf im Modernsein liefern.

Ex-Kanzleramtsminister Helge Braun (49) will die Union zur Mittmachpartei formen, Aussenpolitiker Norbert Röttgen (56) die «liberale Mitte» sein, und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (66) muss schon aus Altersgründen der wohlfeilen Etikettierung entgegentreten, ein Mann von gestern zu sein.

Ein kolossales Missverständnis: Die Union wird konservativ sein, oder sie wird nicht sein.

Konservativ steht für klüger, nicht für gestern.

«Zeitgemäss» ist, was viele machen. Herde statt Weitblick. Niemand braucht eine weitere linksliberale Partei.

Wenn asiatische Migranten weltweit erfolgreich sind, weil sie eisern im Familienverbund zusammenhalten, kann die klassische Familie kein Auslaufmodell sein.

Wenn wirtschaftliche und energiepolitische Unabhängigkeit sich nicht erst seit Corona als zentraler Wert erwiesen haben, muss man sich von illusionären Experimenten verabschieden und immer neuen Ausstiegsszenarien entgegentreten.

Wenn Nation und Wehrhaftigkeit noch immer für die allermeisten wichtige Kategorien sind, darf, kann und muss man daran festhalten.

Applaus von kurzsichtigen Modernisten sollte skeptisch machen. Attacken von links eher beflügeln.