Die Taliban sind im Land. Seit Sonntag rauscht ein Dutzend Bärtiger durch die Diplomatenstadt. Es gehe um humanitäre Hilfe für die afghanische Bevölkerung und die Achtung der Menschenrechte in Afghanistan, heisst es aus Genf.

Man muss nicht lange raten, worum es den Taliban wirklich geht. Nicht um Transgender-Toiletten oder Frauenquoten im Turnverein. Nein, die Zeloten sind klamm. Die Haushaltskasse der Bärtigen ist durch ruinöses Missmanagement komplett leer. Hunger herrscht am Hindukusch.

Afghanistans Budget hängt bis zu 75 Prozent von ausländischer Hilfe ab. Die geächteten Taliban möchten salonfähig werden, damit der Rubel in die leere Kasse rollt.

Die Gastgeber sind offenbar komplett blind.

«Wir hoffen, dass die jetzige Delegation bei ihrer Rückkehr alles tun wird, damit die humanitären Standards respektiert werden», meint der Initiant der Einladung, Alain Délétroz von Geneva Call, einer NGO, die gerne mit Extremisten spricht.

Das meinen Diplomaten des Schweizer Aussenministers Cassis offenbar auch. Sie führen Gespräche mit den Steinzeit-Muslimen.

Haben sie nicht gemerkt, dass keine einzige Frau in der Taliban-Delegation dabei ist? Dass die Taliban-Regenten seit der Machtübernahme letzten August brutale Massnahmen gegen Frauen und Mädchen verhängt haben? Dass sie die Freiheit der Frauen auf zehn Quadratzentimeter Sichtnetz in der Burka reduzieren? Die Käfighaltung der Frauen sei im Koran definiert, behaupten sie.

Nein, Cassis’ Crew hat offensichtlich nicht begriffen, dass jede Geste gegenüber diesen Paläo-Muslimen letztlich bloss deren Unterdrücker-Regime zementiert.

Lirum, larum, Löffelstiel, wer nichts lernt, der kann nicht viel.