Enrico Scacchia und Fritz Chervet: Beide – leider verstorbenen – Schweizer-Box-Legenden waren Berner. Die Bundesstadt mit ihrem sagenumwobenen Box-Keller an der Kochergasse hat also – für Schweizer Verhältnisse selbstverständlich – durchaus so etwas wie eine Tradition im Faustkampf.

Der urtümliche Kampf Mann gegen Mann wird seit Beginn der Menschheitsgeschichte auf die eine oder andere Art durchgeführt. Der Berner Gemeinderat (Exekutive) möchte diesem Treiben jetzt ein Ende setzen – quasi zum finalen Knockout der olympischen Disziplin ausholen. Die grüne Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, Franziska Teuscher, teilte mit, K.-o.-Sportarten mit Körperkontakt (zum Beispiel Boxen) seien nicht mehr unterstützungswürdig.

Nach dieser Mitteilung kam es in Aarestadt zu einem kleinen Aufstand in der Box-Szene und vielen verärgerten Reaktionen. Das Argument des Gesundheitsrisikos tauge nämlich nichts. In der Sportunfallstatistik der Suva, rangiere das Boxen in den hinteren Rängen, monierte Andreas Anderegg, Präsident von Swiss Boxing, in der Berner Zeitung.

Dabei ging es den Verantwortlichen dieses Entscheids nie um die Gesundheit, sondern pure Ideologie. Boxen gilt in diesen Kreisen – wohl nicht zu Unrecht – als Symbol der Männlichkeit, Aggressivität und des Stolzes. Das Gegenteil von dem, was Teuscher und Co. ihren Einwohnern eintrichtern wollen.

Immerhin ist Bern noch nicht ganz verloren. Der Widerstand war zu gross. Die Stadt krebst zurück und twittert, es sei nie die Idee gewesen, «anerkannte Sportarten auszuschliessen».