Nicht wenige Zeitgenossen rümpfen jedes Jahr zum Black Friday die Nase.

Das Marketing, mit dem die Unternehmen an diesem Tag versuchen, möglichst viel zu verkaufen, ist ihnen ein Dorn im Auge. Oder sie fühlen sich erhaben über schnöden Kommerz und Schnäppchenjagd.

Den meisten Black-Friday-Verächtern wohnt auch eine antiamerikanische Komponente inne: «Ha, da dreht sich alles nur um Geld und Konsum!»

Dabei ist dieser Tag, an dem Händler aller Arten, offline und online mit Sonderangeboten die Kundschaft locken, ein Freudenfest der Marktwirtschaft. Er ist ein alljährlicher Beweis dafür, dass der Markt kein Nullsummenspiel ist, sondern sozusagen die Verkörperung einer Win-Win-Situation.

Die Konsumenten tätigen Anschaffungen, die sie vielleicht lange aufgeschoben haben oder die sie sich normalerweise nicht leisten würden. Und die Firmen können ihr Sortiment modernisieren oder die Beziehung mit ihren Kunden pflegen. So nützt das Durcheinanderwirbeln von Angebot und Nachfrage am Black Friday sowohl den Konsumenten als auch den Firmen.

Vom Datum her ist der Black Friday nicht umsonst an das Erntedankfest gebunden: Nach arbeitsreichen Entbehrungen des zu Ende gehenden Jahres folgt die wohlverdiente Ernte.

Auf Kuba und in Nordkorea gibts keinen Black Friday. Leider.