Endlich sagt’s mal einer! Seit Tagen terrorisieren selbsternannte Aktivisten die ohnehin geplagten Hauptstädter mit Sitzblockaden, die auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen vorgeben.

Jetzt hat sich sogar Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, 43 (SPD), zu Wort gemeldet und für ihre Verhältnisse Tacheles geredet: «Für Klimaschutz und gegen Lebensmittelverschwendung einzutreten, ist legitim. Die Art und Weise, wie das gerade in Berlin geschieht, ist allerdings grenzüberschreitend und nicht zu akzeptieren.»

Alle Achtung!

Gut, das bleibt jetzt folgenlos. Aber die Berliner sind ja schon froh, wenn der regierende Senat ihr Alltagsschicksal wenigstens zur Kenntnis nimmt. In der Regel gefallen sich die rot-rot-grünen Koalitionäre ja eher im Erziehen der bockigen Einwohner, entfernen im grossen Stil Parkplätze (Nimm dies, Autofahrer!), führen Frauenquoten für Strassennamen ein und akzeptieren die Berliner Verwaltung im ausdauernden Bummelstreik.

Zuletzt hatten zu Recht genervte Pendler die Klima-Apokalyptiker kurzerhand selbst von der Fahrbahn gezerrt und mit dem gut gemeinten Rat beschieden: «Geht lieber mal arbeiten!» Ein ziemlich dreister Tipp, der angesichts des bevorstehenden Weltuntergangs von der perfiden Ignoranz kleinbürgerlicher Werktätiger zeugt.

So werden sich wohl weiterhin Berliner Polizisten mit Verdünnung, Sonnenblumenöl und Pinsel kniend von jener Kamarilla entwürdigen lassen müssen, deren einzige Bodenhaftung vom zweckentfremdeten Sekundenkleber herrührt.

Aber schön, dass wir drüber gesprochen haben.