Wladimir Putin sprach deutliche Worte: «Wir stehen dafür ein, das Problem ausschliesslich mit friedlichen Mitteln zu lösen», sagte er und fügte hinzu: Jede andere Option wäre «ein Fehler» und hätte die «schwerwiegendsten Konsequenzen». Neben den Opfern würde ein Krieg die internationale Lage destabilisieren, warnte Putin.

Das war vor neunzehn Jahren, Mitte März 2003, wenige Tage vor dem Einmarsch der USA und der «Koalition der Willigen» in den Irak. Sie wollten Saddam Hussein und sein Regime zu stürzen. Der damalige US-Präsident George W. Bush war davon ausgegangen, dass nach der Entmachtung des irakischen Diktators im Nu eine demokratische Regierung eingesetzt werden könne. Stattdessen dauerte die Besetzung dann acht Jahre und forderte Zehntausende von Opfern.

Das konnte Putin damals natürlich nicht wissen. Die Irak-Krise hatte ihn aber gezwungen, die gewünschte und sich abzeichnende Verbesserung der Beziehungen zu den USA gegen seine eigenen politischen Interessen abzuwägen. Denn in Umfragen von damals lehnten neun von zehn Russen einen Krieg gegen den Irak ab. Zusammen mit Kanada, Frankreich und Deutschland drängte Putins Russland auf eine Fortsetzung der Diplomatie. Ohne Erfolg.