Bundesrat Alain Bersets Schonzeit neigt sich dem Ende zu. Das merkt man daran, dass ihm wohlgesinnte Medien wie der Tages-Anzeiger kritische Interviews über ihn abdrucken.

Heute kam Felix Huber, Hausarzt und Präsident von Swiss Medix, im Tagi zu Wort. Er vertritt einen Zusammenschluss von Gruppen- und Einzelpraxen in allen Landesteilen. So ungeschminkt wie er hat noch kein Arzt dem Gesundheitsminister die Meinung gegeigt.

Kurz erklärt: Huber bestätigte, was die Weltwoche seit Beginn der Pandemie immer wieder betont hatte – nämlich, dass der Gesundheitsminister sein Bundesamt für Gesundheit nicht geführt hat. Er erinnerte dafür auch an die vielen Pannen dieser Behörde.

Laut Huber ist die Schweiz auch nicht wegen Berset gut durch die Pandemie gekommen, sondern weil man genügend Spitalbetten hatte.

Das ist dicke Post für den SP-Bundesrat, der sich für sein Krisenmanagement gerne abfeiern liess. Viele Ärzte, die an der Front stehen, sehen das indessen anders.

In Tat und Wahrheit hat sich Berset häufig von einer Truppe alltagsferner Wissenschaftler einseifen lassen, welche die Situation schlimmer darstellten, als sie war.

Gestützt auf die Einschätzung dieser Experten fällte die Regierung dann auf Antrag und Drängen des Gesundheitsministers teils unsägliche Entscheide – wie zum Beispiel der Ausschluss der Ungeimpften vom gesellschaftlichen Leben.

Auweia, Herr Berset, da kommt wohl noch einiges auf Sie zu.