In der Ölkrise schritt die Schweiz 1973 zu speziellen Massnahmen. Ab dem 25. November jenes Jahres galt an drei Sonntagen ein Fahrverbot für motorisierten Verkehr. Die Bevölkerung machte daraus ein Volksfest. Die Strassen wurden zu Velowegen und Rollschuhbahnen. Spaziergänger nahmen die Hauptverkehrsachsen in Beschlag.

Geht es nach der AL, werden in der Stadt Zürich künftig regelmässig solche Zustände herrschen. Die linke Partei reichte im Gemeinderat ein Postulat ein, dass an mehreren Samstagen pro Jahr der Autoverkehr gestoppt werden soll, damit die «Einwohnerinnen und Einwohner die Möglichkeit erhalten, ihr Quartier zu Fuss oder mit dem Velo gefahrlos zu erkunden und zu beleben».

Dass das Gewerbe von dieser Idee nur beschränkt begeistert ist, versteht sich von selbst. Ist doch der Samstag traditionshalber jener Tag, an dem die meisten Menschen grössere Einkäufe tätigen. Dass sie dafür künftig das Lastenvelo (anstelle des Autos) benutzen, ist wohl nur bei einer Minderheit zu erwarten.

So oder so ist die linke Lust, den Autofahrern das Leben schwerzumachen, in diesen Tagen besonders stark zu spüren. So fordern die Grünen, dass auf die durch den Ukraine-Konflikt verursachte Rohstoffkrise mit autofreien Sonntagen reagiert wird.

Und die Moral der Geschichte? Egal ob Sicherheitsaspekt oder Ukraine-Konflikt. Mit dem Kampf gegen das Auto lässt sich jedes Problem lösen – zumindest in der Traumwelt der linken Ideologen.