Wer fliegt schon 2000 Kilometer und mehr nur für ein Tässchen türkischen Kaffees nach Antalya?

Die Frage drängt sich auf, angesichts des Blitztreffens der Aussenminister Russlands und der Ukraine an der türkischen Riviera. Ausser Spesen nichts gewesen?

Von Anfang an wussten die Teilnehmer, wie lange sie reden würden – eine gute Stunde, mehr nicht. Der Zeitpunkt der Pressekonferenz stand fest, bevor die ersten Worte gewechselt waren. Offenbar glaubte niemand daran, dass man sich festdiskutieren würde.

Dennoch war die Begegnung von Sergei Lawrow und Dmytro Kuleba keine vergeudete Zeit. Bedenkt man, dass ihre Staaten sich in einem blutigen Krieg befinden, gingen sie bemerkenswert höflich miteinander um. Und sie liessen erkennen, dass sie die Gespräche fortsetzen wollten.

Lawrow deutete zudem an, wo die Musik spielt: nicht vor den Kameras der Weltpresse in Antalya, sondern in einem kalten Weiler an der belarussisch-ukrainischen Grenze. Kommen diese Verhandlungen voran, werden auch er und Kuleba beim nächsten Mal mehr Erfolg haben.