Während in Wien Diplomaten über das Atomprogramm Teherans verhandeln, stösst der Iran neue Drohungen gegen Israel aus. Als Reaktion auf Spekulationen über einen Angriff der israelischen Armee auf iranische Nuklearanlagen warnt die regimetreue Tageszeitung Tehran Times die Regierung von Naftali Bennett davor, den Iran und dessen Atomanlagen zu attackieren. Das «zionistische Regime» habe offenbar die Fähigkeiten des Iran vergessen, Israel «von überall aus zu treffen», warnt das Blatt.

Dazu publiziert es heute auf der ersten Seite prominent eine Karte Israels, auf der alle Orte aufgeführt sind, die von Raketen getroffen werden können: von Naharia im Norden über die Hafenstadt Haifa, die Metropole Tel Aviv und die Hauptstadt Jerusalem bis zum südlichen Badeort Eilat. Dazu prangt auf der Frontseite des Blatts, das als Sprachrohr des Regimes gilt, die unmissverständliche Warnung: «Eine falsche Bewegung».

Den Grafikern ist bei der Darstellung der Angriffsziele freilich ein Fehler unterlaufen. Im Visier sind gemäss Karte nämlich nicht nur israelische Städte, sondern auch Orte im Libanon und im Westjordanland. Dass Teheran damit plötzlich die Ideologie derjenigen übernimmt, die an Gross-Israel glauben, muss allerdings als unwahrscheinlich gelten. Zumal am Ende des Artikels unmissverständlich die Drohung an die israelische Regierung wiederholt wird: «Hände weg».