Stromknappheit, Versorgungssicherheit, Energie-Wende bilden auch in der Schweiz einen riesigen Themenbereich. Wir brauchen immer mehr Strom. Engpässe und Lücken drohen. Wer im grossen Stil grünen Strom produzieren will, hat es allerdings schwer in unserem Land.

Landschaftsschützer gehen regelmässig auf die Barrikaden und versuchen, solche Projekte unter allen Umständen zu verhindern.

Neustes Beispiel: Der Energie-Konzern Alpiq und Grundstück-Besitzer Renato Jordan wollen im Simplon-Gebiet, hoch über Gondo VS auf 2000 Metern, die grösste Photovoltaik-Anlage der Schweiz bauen. Ein Vorzeigeprojekt.

Das hochalpine Solarkraftwerk könnte Strom für 5200 Haushalte produzieren. Die Alp ist kein Schutzgebiet, der Boden ungenutzt. Brachliegendes Potential.

Besitzer Renato Jordan: «Die Sonne scheint hier den ganzen Tag, auch im Winter.» Wolken sind selten. Darum könnte das Kraftwerk über fünfzig Prozent der Produktion in der kalten Jahreszeit liefern. Das sind viermal so viel, wie eine vergleichbare Anlage im Mittelland bringt.

In der Gemeinde Gondo-Zwischbergen ist die Begeisterung über das Projekt gross, weil sich damit Photovoltaik und die Wasserkraft optimal ergänzen würden. Grossen Zuspruch für den Plan gibt es auch von Forschern der ETH und weiteren Hochschulen.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hatte bei der Inbetriebnahme einer hochalpinen Solaranlage im Glarnerland viel mehr solcher Projekte gefordert. Das geplante Solarkraftwerk hoch über Gondo wurde von Pro-Natura-Vertretern bereits scharf kritisiert. Und in der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» sagte Raimund Rodewald, der Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz: «Für mich ist das Projekt ein Zeichen der aktuellen Ausbauhysterie im Bereich der erneuerbaren Energien.»

Merke: Arroganz ist grenzenloses Selbstbewusstsein bei völliger Ahnungslosigkeit. Die Gegner solcher Projekte können jede Bewilligung einzeln anfechten und viermal vor Bundesgericht gehen. Bundesrätin Sommaruga hat kürzlich eine Vereinfachung der Bewilligungsverfahren angekündigt. Auch beim alpinen Ausbau der Wasserkraft dürfen die Umweltverbände jede einzelne Etappe bekämpfen. Und auch das tun sie. Das muss sich sehr schnell ändern.

Der einzige Grüne, auf den man sich noch verlassen kann, ist der in der Verkehrsampel.