Seit sich Toni Brunner aus der aktiven Politik zurückgezogen hat, macht er sich rar im Fernsehen.

Jetzt mag er wieder einmal über Staatsführung reden. Er wird am Sonntag der erste Gast sein im neuen TV-Talk «Schawinski» (Blue Zoom, 18 Uhr). Brunner sagte letztlich wohl zu, weil er sich von Roger Schawinski immer fair behandelt fühlte.

Der Moderator hat für seine Premiere eine clevere Wahl getroffen: Toni Brunner ist im Fernsehen seit über 25 Jahren ein Garant für hohe Quoten. Schawinski merkte das schon früh, lud den Toggenburger darum immer wieder in seine Radio-Talkshows und später in seine Interviewsendung bei SRF ein.

Auch bei «Giacobbo/Müller» war Brunner oft ein gern gesehener Gast.

Warum gelingt es dem ehemaligen Nationalrat und SVP-Präsidenten, bei den Zuschauerzahlen satte Ernte einzufahren? Weil er authentisch ist und nah beim Volk. Weil er im Gegensatz zu den meisten Politikern viel Humor hat und herzhaft lachen kann.

Und weil er selbst bei Tritten gegen die politischen Gegner Zehenspitzengefühl zeigt. Mit diesen Eigenschaften wurde er schon vor über einem Vierteljahrhundert zum grössten Sympathieträger der Schweizer Politik.

Toni Brunner wird sogar von den meisten Linken gemocht. Der Publikumsliebling steht den (grossen) Medien kritisch gegenüber. In seiner Kolumne im St. Galler Tagblatt schrieb er zum Jahresbeginn unter anderem: «Seit ich mich in die Berge zurückgezogen habe, bin ich ein stiller Beobachter unserer Zeit geworden. Schalte ich das Radio ein, drehe ich den Fernseher auf oder öffne ich ein redaktionelles Blatt, so dominieren die immer gleichen Themen. Diese werden im Gleichschritt und meist im Konsens abgehandelt. Ein Einheitsbrei ist die Folge.»

Und: «Schweizer Radio und Fernsehen gehen in der Berichterstattung voraus. Diese ist einseitig. Lieber mal das eigene Hirn einschalten und dafür den Fernseher ausschalten.»

Gegen das Mediengesetz wirbt Brunner mit dem klaren Satz: «Lieber die AHV sichern als Medienmillionäre finanzieren.»