Simone Brander ist die richtige Frau am richtigen Orte im richtigen Moment. Die SP-Politikerin bewirbt sich in Zürich um den frei werdenden Stadtratssitz des abtretenden AL-Mannes Richard Wolff. Und das Terrain ist vorgespurt. Als Vertreterin einer radikalen links-grünen Ideologie, in der das Auto als Teufelsobjekt verwunschen und das Velo zum Engelsgefährt befördert wird, passt sie perfekt ins Denkschema der Zwingli-Stadt.

Dass sie quasi in einer Parallelwelt zu Hause ist (ohne Familie, ohne Kinder, ohne Erfahrung in der Privatwirtschaft), kann nicht überraschen. In der Montag-Ausgabe des Tages-Anzeigers sagt Brander, worum es ihr geht: «Für mich haben in der Stadt nur Autos Platz, die für Dienstleistungen und Transporte wirklich zwingend sind.

Sie müssen aber emissionsfrei werden. Lausanne will bis 2030 keine fossil betriebenen Autos mehr in der Stadt. Als Stadträtin würde ich mich dafür starkmachen, dass national die gesetzlichen Grundlagen für solche emissionsfreien Zonen geschaffen werden.»

Brander wird gemeinhin eine starke Dossier-Kenntnis nachgesagt, mit diesen Worten beweist sie aber das Gegenteil. Denn die Geschichte vom Elektroauto als umweltschonender Alternative ist bis jetzt nicht viel mehr als ein Etikettenschwindel. Solange das Problem der Batterieentsorgung nicht geklärt ist und solange man nicht weiss, woher künftig der Strom kommen soll, gehören Branders Worte ins Reich der Fabeln.

Doch es ist zu befürchten, dass dies der Stadtzürcher Stimmbevölkerung egal ist. Denn der Traum von der Stadtoase, in der Schmetterlinge über Teichen kreisen, Ziegen auf Plätzen weiden, die Güter per Velokurier verteilt werden und alles vom Staat subventioniert wird, scheint eine wahrnehmungsverzerrende Wirkung zu haben. Oder mit anderen Worten: In Zürich herrscht Alarmstufe Rot-Grün!