Die AHV-Reform kommt nicht vom Fleck. Und die Schlüsselfrage entzweit den Bundesrat.

Soll das Renten-Alter erhöht werden?

Nun stellt sich SP-Mann Alain Berset gegen die bürgerliche Haltung und lehnt die Volksinitiative der Jungfreisinnigen für ein höheres Renten-Alter ab.

Das ist reichlich kurzsichtig. Denn seit der letzten AHV-Revision 1997 stieg die Lebenserwartung in der Schweiz bei Frauen von 82,2 auf 85 Jahre und bei Männern von 76,3 auf 81 Jahre.

Man muss kein Hochschulprofessor der Mathematik sein, um festzustellen: Beim aktuellen Renten-Alter wird sich die AHV künftig nicht mehr finanzieren lassen.

Deshalb stellt sich nicht die Frage, ob das Renten-Alter erhöht werden soll – sondern wie weit?

Dass Frauen künftig gleich lang arbeiten werden wie Männer, liegt auf der Hand.

Und dass man mit 65 heute noch längst nicht reif für die Insel (oder das Rosen-Züchten oder Briefmarken-Sammeln) ist, lässt praktisch hinter jeder Haus- und Bürotür feststellen.

Die 55-jährigen von gestern sind die 65-jährigen von heute. Deshalb werden wir in der Schweiz eher früher als später den deutschen Weg gehen – und das Rentenalter auf 67 erhöhen.

Und das ist noch längst nicht das Ende dieser Entwicklung. Schliesslich würde auch niemand auf die Idee kommen, Ueli Maurer allein wegen seines Alters zum Rücktritt aufzufordern. Der Finanzminister feiert am 1. Dezember seinen 71. Geburtstag.