Im nächsten Jahr ist es möglich. Jeder kann sein Geschlecht und den Vornamen rasch und einfach ändern.

Es reicht der Wille. Medizinische Untersuchungen sind nicht nötig. Eine entsprechende Erklärung gegenüber dem Zivilstandesamt wird nicht verlangt.

Grossartig! Denn was Gender-mässig möglich ist, muss wohl auch bei anderen Merkmalen der Identität machbar sein.

Im Januar gehe ich deshalb aufs zuständige Amt und beantrage ein neues Geburtsjahr. Ich wäre gerne zehn Jahre jünger, werde ich dem Beamten sagen. Und auf Gleichberechtigung pochen: Wenn man sein Geschlecht durch einen Federstrich verändern kann, dann bitte auch sein Alter.

Und wenn wir es schon von der Anpassung der Identität haben: Ich wäre gerne ein paar Zentimeter grösser, werde ich dem Beamten sagen, und ja, blaue Augen wären mir auch lieber.

Er solle das doch bitte wie folgt im Pass eintragen: Grösse 185 cm, Augenfarbe blau.

Sollte er mir dann erklären, das gehe leider nicht, werde ich nicht locker lassen und ihn höflich fragen, wo er denn den Unterschied zwischen einer bürokratisch abgesegneten Neudefinition der gender identity und der Anpassung des biologischen Alters, der Körpergrösse oder der Augenfarbe sehe.