Die Corona-Jahre waren hart für die ehrgeizige St. Galler Bundesrätin. Ständig musste sie Kollege Alain Berset (SP) als Gesundheitsminister den Vortritt lassen.

Seit dem Überfall von Russland auf die Ukraine ist alles anders. Nun steht sie als Bundesrätin und Justizministerin vermehrt im Scheinwerferlicht.

Auffällig dabei: Bei all ihren bisherigen Auftritten rückte sie immer auch entweder die EU oder ihre Auftritte beim Treffen der EU-Innenminister in den Vordergrund.

KKS, wie sie alle nennen, ist es offenbar wichtig, dass wir, was den Konflikt in der Ukraine betrifft, im Gleichschritt mit der EU marschieren. Das überrascht ein wenig.

War sie im letzten Jahr nicht massgeblich daran beteiligt, den Rahmenvertrag mit der EU zu beerdigen? Das war ein weiser Entscheid, dieses Abkommen hätte uns in eine gefährliche Nähe zu Brüssel gebracht. Offenbar versucht sie jetzt aber zu kompensieren.

Wenn man sie nämlich über ukrainische Kriegsflüchtlinge und Sanktionen gegen Russland von der EU reden hört, könnte man meinen, der Beitritt sei bloss Formsache.